Teilen, , Google Plus, Pinterest,

Drucken

Publiziert in:

Unscharfe SEO-Trends 2015

Warum der Blick in die SEO-Glaskugel schädlich sein kann.

Zum Jahresende ist es wieder soweit: Die Prognosen und Trends für das kommende Jahr füllen die Fachmagazine und -Blogs. Schließlich will es jeder Marketingverantwortliche im kommenden Jahr noch besser machen. Doch geht das überhaupt? Ist das Bild, welches wir uns von 2015 in dieser Hinsicht erstellen können, nicht zu unscharf?

Wenn man sich einmal die Expertenprognosen der letzten Jahre für den Bereich der Suchmaschinenoptimierung betrachtet, so stellt man fest, dass immer wieder die gleichen Schlagwörter auftauchen. Zu den absoluten Klassikern gehören inzwischen Content is King/Content-Marketing, Mobile SEO und Usability.

Jeder spricht von der enormen Schnelllebigkeit der Branche, doch bei genauer Betrachtung muss man feststellen, dass sich doch eigentlich gar nicht so viel verändert. Sicher: Google modifiziert seinen Algorithmus nach wie vor so, naja, an die 500 Mal im Jahr. Aber egal ob 20 oder 5.000 Mal – welchen Einfluss hat dies auf die Arbeitsweise eines Optimierers? Denn eigentlich bedeutet eine Algorithmus-Aktualisierung nur, dass Qualität noch treffsicherer als solche identifiziert wird.

Nicht verwechseln: Strategie & Taktik

Wir dürfen auf keinen Fall Strategie mit Taktik verwechseln. Die Strategie, also der übergreifende Plan, den Google verfolgt, hat sich von Beginn seines Bestehens nicht verändert: Die Auslieferung der besten Suchergebnisse unter Berücksichtigung von Nutzersignalen. Diese Nutzersignale bestanden damals ausschließlich aus den eingehenden Links einer Website. Das ist heute anders; Google bezieht deutlich mehr Signale für eine adäquate Abbildung der Nutzerakzeptanz ein. Welche das genau sind, müssen wir zum Verständnis der Strategie zunächst nicht wissen.

Erst wenn es um die Taktik geht, müssen wir uns die Frage stellen, welche Maßnahmen sind erforderlich, um den zentralen Strategiegedanken zu bedienen. Und das kann sich im Laufe der Zeit durchaus wandeln. Allerdings: Nicht jedes Google-Update bedeutet gleichzeitig die Anwendung einer anderen Taktik.

Da wir ja wissen, wohin Google & Co. möchten, sollten wir genau dieses Ziel fixieren und beginnen, dort hin zu gelangen. Wenn Google die Qualität unserer Website mit jedem Update noch besser „versteht“, kann uns das ja nur recht sein. Qualität ist also ein unveränderter, stabiler Rankingfaktor – egal ob im „Content“ oder „Usability“-Gewand.

Auf eigenes Risiko

Manchmal ist der Weg dorthin nur über Umwege möglich. Eines ist aber klar: wenn ich dabei nur den anderen hinterherlaufe, kann ich schlecht als erster dort ankommen. Erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung verlangt deshalb auch immer eine gewisse Risikobereitschaft. Etwas zu tun, was bisher noch kein anderer versucht hat. Und mit dem Wissen zu angrenzenden Disziplinen lässt sich dabei eine vernünftige Risikominimierung vornehmen.

Da der Mensch und seine Verhaltensweisen im Google-Fokus stehen, sollte dieser Aspekt auch seitens der Suchmaschinenoptimierung nicht vernachlässigt werden. Im Gegenteil: Qualifikationen im Bereich der Psychologie scheinen für den erfolgreichen Suchmaschinenoptimierer 2015+ geradezu ideal.

Wer soll das alles lesen?

Eines der „besten“ Argumente gegen Content-Marketing der letzten Zeit lautete sinngemäß: Wenn denn so viel Content-Marketing betrieben werde, wer solle denn dann die ganzen Inhalte lesen?

Wie bereits oben beschrieben stellt der Content ein Qualitätskriterium dar, der als Mehrwert primär von der Marke überzeugen soll. Natürlich werden bei einem Überangebot auch nur die besten, wirklich hochwertigen Inhalt konsumiert. Der Wettbewerb steigt also auch auf dieser Seite. Das führt gleichzeitig dazu, dass passende Inhalte immer hochwertiger und damit kostspieliger produziert werden müssen. Und wenn man sich als Website-Betreiber jetzt fragt, ob das wirklich sein müsse, dem sei Gleiches wie für die Suchmaschinenoptimierung gesagt: Wenn Du es nicht tust, dann macht es Dein Konkurrent.

Die Influencer

Aber kommen wir nochmal zurück zum Thema: zur Trend-Prognose. Sicher ist es nicht nur unterhaltsam, sondern vermittelt auch ein Gefühl der Sicherheit, wenn wir vom Experten zum x-ten Mal bereits bekannte Trends hören, die wir selbst schon seit langem auf dem Schirm haben. So blöd sind wir also doch nicht. An das Meiste, was vom Experten kommt, haben wir bereits gedacht. Ok, wenn man jetzt ganz ehrlich zu sich selbst ist, stellt man fest, dass viele der bekannten Aspekte doch immer noch nicht vollständig umgesetzt sind. Das kann man sich ja dann für das kommende Jahr vornehmen.

Doch wie kommt es eigentlich, dass viele Expertenprognosen und -Tipps platt und oberflächlich erscheinen? Wie bereits beschrieben ändert sich die Strategie der Suchmaschinen nicht. Neben den fehlenden Neuigkeiten kommt hier aber auch ein psychologischer Aspekt zum tragen: Es kann für den Einzelnen zu einem peinlichen Unterfangen werden, wenn er im nächsten Jahr an seiner Fehlprognose gemessen wird. Deshalb übernimmt man hier gerne auch solche Meinungen, die von großen Influencern geprägt wurden, bzw. solche, zu denen allgemeiner Konsens besteht. Auf diese Weise lässt es sich vermeiden, sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen.

Dann stellt sich allerdings die Frage nach dem Mehrwert, der Content-Qualität, einer solchen Prognose …

Fazit

Wenn die grundsätzliche Strategie, die Fokussierung auf den Nutzer, bereits in 2014 korrekt angelegt war, sollte es auch im Jahr 2015 (und weit darüber hinaus) keine gravierenden Probleme geben. Ja, dazu kann bspw. endlich auch die Aufbereitung einer speziellen Mobile-Version zählen. Aber taktisch und technisch stellt sich die Suchmaschinenoptimierung ohnehin als kontinuierlicher Prozess dar, der auf aktuelle Anforderungen reagieren muss. Eine Prognose im Jahresraster ist hier kaum möglich – selbst wenn auf aktuelle Patente und öffentliche Tests geblickt wird.

Der Nutzer-zentrierte Ansatz hat Google im Laufe der Jahre zu einem großen Test-Labor geformt. Nicht jeder Google-interne Test und nicht jedes Patent führt letztendlich aber auch zu einer Berücksichtigung als Rankingfaktor. Auch Google setzt viele Ideen in den Sand und verwirft. Diese Vorgehensweise ist elementarer Anteil der Evolutionskultur, die Google so erfolgreich macht. Und wenn wir eines von diesem Unternehmen lernen können, so ist es genau das: Test & innovate – not imitate!

Also: Laufen Sie nicht jedem Trend hinterher und hinterfragen Sie alle Prognosen kritisch (damit die Sicht auf echte Chancen und Gefahren nicht vernebelt wird), gebrauchen Sie Ihren gesunden Menschenverstand und trauen Sie sich … ein bisschen. In diesem Sinne wünschen wir ein erfolgreiches 2015.

Anzeige

Teilen, , Google Plus, Pinterest,

blog comments powered by Disqus