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Screaming Frog: Dan Sharp im Interview

Jeder Suchmaschinenoptimierer, der den Namen Screaming Frog hört, denkt sofort an eine SEO-Spider-Software. Dabei ist der schreiende Frosch eigentlich nur der Name der entwickelnden Agentur. Und die kennen nur wenige. Grund genug für uns bei Screaming Frog in Großbritannien einmal hinter die Fassaden zu blicken.

Im Interview gibt uns Dan Sharp, Firmengründer von Screaming Frog, ein paar interessante und erhellende Fakten zu ihm und zu seinem Unternehmen …

Hallo Dan, schön, dass Du Dir die Zeit für ein paar Fragen genommen hast. Denn viele Suchmaschinenoptimierer kennen Eure Software Screaming Frog, aber nur wenige wissen, wer hinter dem Namen steckt. Kannst Du Dich und Dein Unternehmen kurz vorstellen?

dssErst einmal: vielen Dank, dass ihr mich zum Interview eingeladen habt! Mein Name ist Dan Sharp und ich bin Gründer und Geschäftsführer von Screaming Frog. Genau, die meisten verbinden mit Screaming Frog unsere SEO-Spider-Software. Aber eigentlich sind wir eine Suchmaschinen-Marketing-Agentur mit Sitz in Großbritannien, und “SEO Spider” ist unsere Crawling-Software, für die wir im Allgemeinen bekannt sind. Als Firma existieren wir jetzt seit rund vier Jahren und kümmern uns um SEO, PPC und Content-Erstellung für eine Vielzahl bekannter Marken. Auf unserer “Story“-Seite könnt ihr mehr darüber lesen, wie wir begonnen haben – und auf den Namen gekommen sind!

Wir sind in den vier Jahren organisch gewachsen und haben es jetzt auf 20 Mitarbeiter gebracht, die alle in unserem Büro im Zentrum von Henley-on-Thames im Süden Großbritanniens arbeiten. Falls ihr noch nie etwas von der Stadt gehört habt, dort wurde die Ruderszene der (Henley) Royal Regatta im Film „The Social Network“ gedreht.

Im Moment liegt mein ganzer Fokus auf Screaming Frog – den Agenturgeschäften und der von uns entwickelten Software. Das hält mich alles ganz schön auf Trab!

Und welche Kunden betreut ihr?

Wir haben ein breites Spektrum an Kunden – weltweit. Von Suchmaschinen- & Web-Design-Agenturen über SEO-Berater bis hin zu Entwicklern, Designern, sowie UX- und Content-Teams. Große Marken und Fortune-500-Unternehmen nutzen unser Tool inhouse. Aber auch sehr viel kleinere e-Commerce-Shops, die von nur einer Person betrieben werden, haben unsere Software im Einsatz. Sie hilft dabei, eine Menge der üblichen Probleme, auf die große und kleine Websites stoßen, zu lösen.

Für die Abrechnung nutzen wir übrigens ein eigenes System, zusätzlich zu PayPal, planen aber in Kürze hier einige Änderungen.

Wie bist Du eigentlich zur Suchmaschinenoptimierung gekommen?

Ich kam vor etwa 10 Jahren rein zufällig zu SEO. Nach dem Abschluss meines Studiums ging ich erst einmal auf Reisen. Den allerersten Job nach meiner Rückkehr erhielt ich bei einer Suchmaschinen-Agentur in Großbritannien.

Ich hatte wirklich sehr viel Glück, da ich immer schon leidenschaftlich am Internet interessiert war. Die Suchmaschinenoptimierung gab mir die Möglichkeit, den Großteil meiner Zeit darauf zu verwenden. Ich war sehr schnell SEO-besessen und führte selbständig viele Recherchen und Experimente durch. Schließlich verließ ich die Agentur für die ich gearbeitet hatte, nachdem diese verkauft wurde und die Ausrichtung änderte. Ich machte mich unter dem Namen „Screaming Frog“ selbständig und begann mit der Arbeit am SEO-Spider-Tool.

Inzwischen seid ihr gut gewachsen und habt einige Mitarbeiter rekrutiert. Welche Anforderungen werden an diese gestellt? Welche Qualifikation bringen sie mit?

Wir haben hier ein wirklich talentiertes Team, das bei allem was wir tun pfiffig und leidenschaftlich ist. Wenn wir einstellen, suchen wir nicht immer nach Mitarbeitern mit SEO-Erfahrung, da wir feststellen mussten, dass oft die falsche Art an Erfahrung vorliegt. Wir machen auch keine Qualifikationen wie einen Abschluss zur Voraussetzung und unterhalten uns mit allen, die glauben, sie könnten zu uns passen. Wir suchen einfach nach intelligenten Leuten, die den Willen haben, lernen zu wollen und in unser Team und die Kultur bei Screaming Frog passen.

Mitunter suchen wir aber schon nach speziellen Fähigkeiten (abhängig von der Rolle und um das Teams abzurunden). So hat unser Team eine Mischung aus technischen-, design-, kreativen-, PR-, etc. Kompetenzen. Das ist wirklich wichtig, da Suchmaschinenoptimierung heute eine große Bandbreite an Können erfordert.

Wie kam es zu der Entwicklung von Screaming Frog? Was war der Auslöser?

Es war weniger ein einzelner Auslöser, als vielmehr die gesammelten Erkenntnisse und Erfahrungen der letzten Jahre aus Onsite-Audits und der Kundenberatung. Bisher (und noch immer) hatte ich stets Xenu verwendet, aber wir fanden, dass das Tool aus SEO-Perspektive einfach nicht genug liefert. Wie so häufig, entstand die Idee aus dem Versuch ein übliches Problem zu lösen und aus der Frustration (die viele zu der Zeit hatten), dies mit den vorhandenen Mitteln nicht leisten zu können. Ursprünglich hatten wir gar nicht die Absicht, das Tool zu veröffentlichen. Es war als inhouse-Tool geplant. Aber dann entschieden wir, es mit der SEO-Community zu teilen, und von da an entwickelte es sich dann weiter!

Wie viele Mitarbeiter arbeiten inzwischen an der Entwicklung von Screaming Frog?

Ursprünglich eine einzige Person. Jetzt sind wir gewachsen und haben mehr Ressourcen, die ausschließlich mit der Entwicklung beschäftigt sind. Ich kann nicht allzu sehr ins Detail gehen, aber wir haben große, aufregende Pläne für dieses Jahr.

Welche Tools verwendet ihr – neben dem eigenen – noch für die Suchmaschenoptimierung?

Ja, wir nutzen hier bei Screaming Frog einige Tools. Aber wie auch unser eigenes Tool ersetzen sie nicht die Benutzung des eigenen Verstandes. Sie helfen nur beim Heben der schweren Sachen!

Ganz spontan: wir nutzen AWR Cloud, MajesticSEO, Deutschlands beeindruckendes Searchmetrics, Gorkana, moz, Google Webmaster Tools, Bing Webmastertools und vermutlich einige andere, die ich jetzt vergessen habe!

Was kannst Du denn über die weiteren Pläne mit Screaming Frog noch sagen? Wohin geht die Entwicklung?

Als Team wollen wir immer besser werden, immer dazulernen und uns weiterentwickeln. Damit verbunden hoffen wir, weiter zu wachsen und unsere Arbeit dabei auch weiterhin zu genießen. Wie gesagt kann ich nicht allzu viel über die weitere Entwicklung unseres SEO-Spiders verraten. Nur eben soviel: Dieses Jahr kommen noch großartige Funktionen. In den letzten Monaten haben wir ja bereits einige recht coole Features veröffentlicht, wie etwa Pixelbreiten-Berechnung, eine SERP-Snippet-Vorschau-Funktion, einen SERP-Snippet-Editor und AJAX-Crawling, aber da kommt noch sehr viel mehr dazu.

Zusätzlich haben wir noch einige andere Tools in Vorbereitung.

Klingt sehr spannend! Dann wollen wir nicht zu viel sticheln und werden etwas allgemeiner: Wie würdest Du den aktuellen Zustand der SEO-Branche beschreiben? Was funktioniert bereits sehr gut? Und was muss sich unbedingt weiterentwickeln? Und vor allem: Wohin? Wie bewertest Du die Zukunft von SEO?

SEO hat sich speziell in den letzten Jahren gewaltig entwickelt. Zwar sind wir immer noch in einer Art Übergangszeit, aber ich glaube dennoch, dass es eine sehr aufregende Branche ist, da unsere Aufgabenbereiche, aber auch unsere Verantwortung enorm gewachsen sind.

Onsite-SEO ist wohl nach wie vor so komplex wie schon immer, während Offsite-SEO, also „Link-Building“, vor einiger Zeit den Wechsel zum Online-Marketing vollzogen hat – mit den drei Kernkomponenten Content, PR und Reichweite. Google hat in der Vergangenheit einen regelrechten Krieg gegen veraltete Praktiken geführt – eigentlich gegen alles, was sie nicht mögen. Das führte dazu, dass viele SEOs gezwungen waren, erwachsen zu werden, oder einfach aufgeben mussten.

Ich glaube, dass sich viele Unternehmen mit den Konzepten der SEO immer noch sehr schwer tun. Wir stellen immer wieder fest, dass sich SEO nach wie vor in einer Art “Silo” befindet. Dabei sollte es doch in alle Aktivitäten eines Unternehmens eingebunden werden, um ein wirklich optimales Ergebnis zu erzielen.

In Deutschland ist SEO auf der einen Seite ein sehr analytisches Thema, dem mit dem Einsatz spezialisierter SEO-Tools begegnet wird. Auf der anderen Seite gibt es aber immer noch zu viel Raum für Spekulationen und Mythen. Ist das in UK eine vergleichbare Situation?

Es wird immer einige SEO-Mythen geben, und auch immer viele Spekulationen, insbesondere wenn man es mit undurchsichtigen Systemen, Algorithmen und Google zu tun hat ;-). Und natürlich sorgt es für Verwirrung, wenn einige mit Mythen hausieren gehen, nur um eigene wirtschaftliche Interessen durchzusetzen und den eigenen Service zu verkaufen. Ich denke, jetzt da der Markt in Großbritannien gereift ist, sind doch einige dieser Mythen endgültig beerdigt. Auch wenn man ab und an dann doch noch Schlagwörter, wie „Keyword-Dichte“ hört. Das ist natürlich ziemlich ermüdend.

Wenn man mit Euch genau darüber sprechen möchte, wo muss man dann hinfahren?

Eine Konferenz, die ich niemals verpasse, ist BrightonSEO hier in Großbritannien. Eine fantastische Konferenz (und komplett kostenlos), die ich nur empfehlen kann. Also, falls ihr sie besucht und einen Plausch bei einem oder drei Bier(en) haben wollt, sagt mir Bescheid. Wir sehen uns dann an der Bar …

Ich würde dieses Jahr gerne auch zu einigen anderen Konferenzen gehen. Schaut einfach mal, ob ich darüber twittere. Sonst könntet ihr mich auch bei einem Arsenal Fußballspiel treffen – falls ich mal eine Chance habe, hin zu gehen ;-).

Was muss ich mindestens ausgeben, wenn ihr mich überzeugt habt und ich Euer Kunde werden möchte?

Der Screaming Frog SEO-Spider kostet nur £99 (ca. €122) pro Jahr. Im Agenturgeschäft arbeiten wir mit unseren Kunden gewöhnlich in Bereichen von £1.000 (ca. €1.231) an aufwärts pro Monat.

Letzte Frage: Was, würdest Du sagen, zeichnet Euer Team ganz besonders aus? Warum sollte man Euer Kunde werden?

Ich bin nicht wirklich ein Verkäufer, also lassen wir unsere Software (ihr könnt sie downloaden und kostenlos für bis zu 500 URLs nutzen) und unsere Kunden für uns sprechen.

Wir hoffen einfach, die Anwender finden den Spider nützlich. Wir schätzen jedes Feedback und Vorschläge für das Tool. Ich denke, das ist eines der besonderen Dinge, die uns von anderen Unternehmen unterscheiden – wir hören zu, nehmen Feedback ernst. Viel in der Entwicklung entstand direkt aus den Kundenwünschen heraus. Wir haben bereits ziemlich viel technisches Feedback von SEOs speziell aus Deutschland erhalten, was sehr cool war.

Vielen Dank, Dan, für das nette Interview und die Einblicke in ein sehr sympathisches Unternehmen. Wir drücken Euch für die weitere Entwicklung alle Daumen und sind sehr auf die kommenden Features Eurer Software gespannt!

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