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Say Yes to no-follow

Warum no-follow-Links besser sind, als alle glauben.

Viele, die SEO betreiben, sind in den letzten Jahren dem Trend gefolgt und haben dutzende, hunderte oder gar tausende Links gekauft, um so ihr Backlink-Profil zu stärken. Wichtig war dabei immer: Es durften keine no-follow-Links sein.

Es gibt haufenweise SEO-Agenturen die ihre komplette Dienstleistung auf den Handel mit Links aufgebaut haben. Dabei reicht die Qualität der aufgebauten Links von kostengünstig auf Masse ausgelegt (Stichwort „Russenlinks“) bis hin zu in liebevoller Kleinarbeit recherchierter und erstellter redaktioneller Links, mit einem tatsächlichen Mehrwert für potenzielle User. Gegen letztere ist in der Regel nichts einzuwenden.

Das dreckige Spiel mit dem Linkbuilding

Leider wurde jedoch in der breiten Masse fast ausschließlich die kostengünstige, “quick & dirty”-Variante verkauft. Entsprechend aufwendig gestaltet es sich nun, diese gekauften Massen-Verlinkungen wieder zu löschen. Dank Google Webmaster Tools hat man die Möglichkeit mitzubekommen, das es Verlinkungen gibt, die der Website schaden.

Ich erlebe immer wieder, dass genau die Agenturen, die den Kunden damals die Linkpakete verkauft haben, nun die Dreistigkeit besitzen ihnen mitzuteilen, dass Google die Spielregeln geändert hat, und sie deshalb (nochmal) zahlen müssen, um das “Linkprofil zu bereinigen”. Doch eigentlich hat Google die Spielregeln gar nicht geändert. Die Suchmaschine ist mittlerweile lediglich in der Lage dieses “falsche Spiel” mit den Verlinkungen zu durchschauen, entsprechend zu bewerten und schlimmstenfalls abzustrafen (Penguin Update).

Betrachten wir mal die Wurzeln, die Ursprungsüberlegungen, die Google dazu bewogen haben, Verlinkungen zu einem wichtigen Rankingfaktor zu machen.

Was ist ein Link eigentlich?

Ein Link ist per se erstmal nur eine Empfehlung. Aus der Sichtweise des klassischen Marketing ist das Empfehlungsmarketing (Word-of-Mouth-Marketing), das wichtigste Kaufargument schlechthin. Eine persönliche Empfehlung aus der Familie, dem Freundeskreis oder einem vertrauenswürdigen Netzwerk, trägt zur Vertrauensbildung bei und kann das entscheidende Argument für oder gegen den Kauf eines Produktes/einer Dienstleistung darstellen.

Google hat versucht dieses ganz und gar menschliche Verhalten ins Digital Marketing zu übertragen. Heraus kam: die Backlink-Struktur als Rankingfaktor.

Findige Köpfe wussten diese trickreich zu nutzen und in ihrem Sinne zu manipulieren. Das Empfehlungsmarketing wurde damit kurzerhand in “Linkmarketing” übersetzt und dutzende “falsche Empfehlungen” vermarktet – und die eigentliche Ursprungsidee damit ad absurdum geführt.

Doch nichts desto trotz stellt ein Link, ein “Like” oder ein “Retweet” immer noch eine Empfehlung dar. Die Frage ist heute aber eher die nach seinem Mehrwert.

Bietet der Link auch einen tatsächlichen Mehrwert?

Übersetzt bedeutet das: Wird auf diesen Link auch geklickt? Setzt sich der Besucher auch mit der Zielseite auseinander? Und interagiert er mit der Zielseite? Erst wenn diese Fragen mit einem “Ja” beantwortet werden können, ist der Link in Ordnung, bzw. von hoher Qualität!

Haben no-follow-Links (k)einen Effekt auf das Ranking?

Es wurde viel darüber diskutiert und viel darüber geschrieben. Viele Optimierer gehen immer noch davon aus: Ein Nofollow-Link hat keine Auswirkung. Aus der Logik der vorangegangenen Überlegungen der Wertigkeit von Word-of-Mouth-Marketing kann das natürlich nicht ganz stimmen. Denn Nofollow-Links bspw. aus den sozialen Netzwerken, können Veränderungen in vielerlei Hinsicht bewirken.

Zum Beispiel:

  • Steigerung des Traffics
  • Steigerung der Nutzerinteraktionen
  • Steigerung der Conversions
  • Steigerung der Verweildauer
  • Steigerung der Anzahl aufgerufener Seiten

Und all diese Faktoren wiederum haben unmittelbaren Einfluss auf das Ranking, da insbesondere die ganz individuellen Nutzerinteraktionen zu einem wichtigen Rankingfaktor geworden sind. Welche messbaren Konsequenzen das genau haben kann, beschreiben wir in unserem Artikel Visitiorflow als Ranking-Faktor.

Was bedeutet das für die Praxis?

Für das Kommunikations-Marketing hat dies folgende praktische Auswirkungen:

  • Link-Qualität vor Quantität
  • Content erstellen, der einen echten Mehrwert für meine Zielgruppen bietet
  • Inhalte leicht teilbar gestalten
  • sozialen Netzwerke nicht vernachlässigen/unterschätzen
  • ggf. professionelle PR-Agentur mit der Steuerung bzw. Betreuung der (wichtigen) Kommunikations-Kanäle beauftragen

Fazit

Verabschieden wir uns von der Vorstellung, Nofollow-Links seien wertlos. Wobei es schon einen Unterschied zwischen dem Nofollow-Link eines Wikipedia-Artikels und dem eines Viagra-Spammers gibt. Die Reputation der Quelle, die Anzahl der über den Link kommenden Besucher, sowie deren Interaktionen auf der Zielseite sind entscheidend.

Denkt man einen Schritt weiter, hat das durchaus heftige Konsequenzen für die Vorgehensweise bei einer Optimierung und dem bisher forcierten Aufbau von Links. In einer Welt, in der Link-Marketer nicht mehr ausschließlich auf den PageRank, sondern vielmehr auf die tatsächliche Verwendung ihrer Links achten müssen, reduzieren sich die Möglichkeiten zu manipulieren noch stärker. Das ist ganz im Sinne derer, die eben Inhalte mit echtem Mehrwert anbieten und trägt dazu bei das Bewusstsein zu stärken die Online PR künftig deutlich ernster zu nehmen und professioneller zu betreiben. Denn Qualität muss sich durchsetzen.

Also: Say Yes to No-Follow! 

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