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Rankingfaktor Visitorflow

Wie bereits weniger Nutzer über einen no-follow-Link Platzierungen verändern können.

Es gibt immer unzählige Spekulationen darüber, wie Google bei seiner Qualitätsbewertung von Websites vorgeht. In diesem Artikel möchte ich aufzeigen, dass spezielle User Signals deutliche Spuren im Ranking zeichnen können.

Die Analyse komplexer Rankingmechanismen ist alles andere als trivial. In den seltensten Fällen können diese nämlich gesondert betrachtet werden – die Wechselwirkungen untereinander sind einfach zu groß, sodass eine seriöse Analyse eigentlich unmöglich ist. Manchmal ergeben sich jedoch Situationen, in denen die Indizienlage recht günstig erscheint. Im hier beschriebenen Fall betrifft dies einen Artikel von optimizeordie.de, der mit Hilfe von ein paar Nutzern einen messbaren Ranking-Uplift erhielt.

Besucherbewegung als verwertbares User Signal

Misst Google Besucherströme oder nicht? Zu aufwändig? Und wenn ja, wozu? Können solche Informationen sinnvoll zur Bewertung einer Seite herangezogen werden? Erst kürzlich hatte sich Seokratie zu diesem Thema geäußert und gemutmaßt, dass Google das genau so macht. Wie wir im Folgenden sehen werden, könnte daran wirklich etwas Wahres sein.

Alter Artikel mit einem neuen nofollow-Link

Am 19. März 2014 erschien bei t3n ein Artikel zu einer interaktiven Umsatzgrafik , die den Gewinn von Apple und Google pro Minute aufzeigen wollte. Thematisch erinnerte das sehr stark einen Artikel von optimizeordie.de. Genau das vermerkte ich damals im Kommentar darunter:

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Quelle: http:/t3n.de/news/apple-google-umsatz-gewinn-pro-minute-535100/

Bei diesem Link handelt es sich übrigens um einen nofollow-Link. Und es ist nur EINER.

Besucherströmchen

Über diesen Link kamen lediglich ein paar Nutzer. Die folgende Abbildung zeigt dazu ein paar Details:

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Abb.: Piwik-Tracking

Ranking-Uplift

Der Artikel unter optimizeordie.de wurde inhaltlich nicht verändert. Auch gab es keine anderen Besucher als die, die über den t3n-Link kamen.

Vergleicht man nun das Ranking der Keywords über Sistrix vor und eine Woche nach dem Absetzen des Kommentars, so lässt sich beobachten, dass der optimizeordie.de-Artikel im Ranking für folgende Suchphrasen zugelegt hat:

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Abb.: Keyword-Veränderungen, Sistrix

Zwar ist hier nur ein mäßiger Effekt zu beobachten, allerdings geht es in diesem Beispiel ja auch nur um die Beschreibung des Zusammenhangs. Wie erwähnt handelt es sich ja wirklich nur um die Auswirkungen einer handvoll Nutzer. Mit abnehmenden Besucherzahlen sanken diese Platzierungen wieder ab.

Änderungen in der Sichtbarkeit zeigen sich für diesen Zeitraum bei Sistrix wie folgt:

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Abb.: Visibility, Sistrix

Fazit

Schon beeindruckend, was hier zu beobachten ist: Die Nutzer wechseln von einer Website zu einer anderen. Ohne auch nur mit der Suchmaschine selbst in Kontakt zu kommen, scheint Google dennoch in Lage, diesen (zarten) Besucherstrom zu erfassen, und damit quasi eine Onpage-CTR zu messen.

Aber sicherlich wäre dann nicht nur die Clickrate, sondern auch die Qualität der Quelle, sowie das Verhalten auf der Zielseite ein wichtiger Bestandteil bei der Bewertung. Kann die Zielseite nicht überzeugen, sollte sie auch nicht im Ranking nach oben steigen.

Schauen wir uns dazu die geringe Anzahl der Nutzer an, die dazu noch über einen nofollow-Link kamen, stellt das so manche Konzepte des „konventionellen“ Linkaufbaus auf den Kopf. Sinnvoll erscheint dies aber allemal, denn wie sind solche Links zu bewerten, denen kein menschlicher Besucher folgt? Oder ist am Ende doch nur die Anwesenheit (und der Verbleib) unabhängiger Besucher auf der Zielseite von Bedeutung?

Abgesehen von der Frage, in welcher Form Google hier den Nutzer trackt: Der hier beschriebene Hebel wirkt schon gewaltig, wenn man bedenkt, mit welch geringem Aufwand man bereits messbare Veränderungen herbeiführen konnte. Die Motivationspsychologie ist deshalb das Fachgebiet, um das wohl bald kein Suchmaschinenoptimierer mehr herumkommen wird, wenn er erfolgreich sein möchte. Google zeigt, wohin die Reise geht: Richtung User Centered City. Und der Zug dort hin hält nicht an …

Foto: Susanne Broschart

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