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Plötzlich weltweit SSL

Welcher zusätzliche Traffic würde entstehen, wenn weltweit alle Daten verschlüsselt übertragen würden?

Gerade hat Google die verschlüsselte Verbindung offiziell zum Rankingfaktor ernannt, schon macht sich Panik bei den Website-Betreibern breit, was denn jetzt zu tun sei. Doch was wäre denn, wenn jede, wirklich jede Internetpräsenz auf unserem Planeten von jetzt auf gleich nur noch über HTTPS ausliefern würde?

Profitieren würden von dieser Entwicklung natürlich die Zertifikatsaussteller, wie bspw. Symantec. Denn das Unternehmen ist gleich Inhaber von mehreren Zertifizierern: Verisign, GeoTrust, Thawte und RapidSSL. Und wirft man mal einen Blick auf den gemeinsamen Austausch beider Unternehmen … ein Schelm, wer Böses dabei unterstellen würde. Doch das ist ein anderes Thema.

Daten-Overhead durch HTTPS

Nehmen wir einmal an, jede Website würde von heute auf Morgen auf eine gesicherte Verbindung setzen, wie würde sich dieser Umstand auf das Traffic-Volumen auswirken. Abgesehen von der Tatsache, dass eine solche Verbindung auch mehr Leistungsressourcen der sich verbindenen Rechner fordert, so ist auch klar, dass der Versand der Daten einen größeren Overhead produziert.

Zur genauen Größe lassen sich unterschiedliche Aussagen machen, die zwischen etwa 2 und 7 Prozent liegen. Der genaue Overhead lässt sich nur schwer prognostizieren, da er von mehreren Parametern und spezifischen Gegebenheiten abhängig ist.

Für eine Kalkulation benötigen wir jetzt noch den Gesamttraffic, der verschlüsselt übertragen werden soll. Fokussieren wir uns ausschließlich auf den Datenverkehr, der beim Abrufen von Internetseiten entsteht, nähern wir uns einem monatlichen Datenaufkommen von weltweit etwa 3.891 Petabyte (1 PB = 1.000 TB). Bei diesem Wert gehen wir von einer 50/50-Verteilung des Datenaufkommens für Mail und Web aus. Das entspricht etwa 1,5 TB pro Sekunde.

Gehen wir weiter von einem bereits vorhandenen Verschlüsselungsanteil von etwa 6 Prozent aus (auch hierzu gibt es unterschiedliche Angaben & Hinweise), so lässt sich das zusätzliche Datenaufkommen zumindest ein seiner Größenordnung doch grob umreißen.

Die Standardeinstellungen des folgenden Kalkulators gehen davon aus, dass der vollständige Web-Traffic verschlüsselt (mit einem durchschnittlichen Overhead von 2%) übertragen wird.

Zusätzlicher Traffic weltweit durch HTTPS




Pro Sekunde

Seit Seitenaufruf

Seit Mitternacht

Fazit

Eine Online-Angebot, bei dem sensitive Daten übermittel werden, benötigt eine sichere Verbindung. Keine Frage. Diese würde eher lauten: Kann und soll die verschlüsselte Verbindung zu einer Website wirklich ein allgemeingültiger Rankingfaktor sein? Lässt sich durch diesen Aspekt immer und grundsätzlich eine Aussage zur Qualität einer Website ableiten? Sicherlich nicht, denn es gibt unzählige Situationen, in denen eine Verschlüsselung absolut überflüssig ist.

Handelt es sich für Google hier um eine PR-Flucht nach vorne, heraus aus dem Schatten des NSA-Skandals? Oder geht es hier möglicherweise doch um wirtschaftliche Interessen?

Wie dem auch sei: SSL/HTTPS als Rankingfaktor … hier bleibt ein bitterer Nachgeschmack. Und wenn man betrachtet, welche Auswirkungen Googles „Empfehlung“ in letzter Konsequenz in Bezug auf die zusätzliche Netzlast haben könnten, muss man sich Fragen: Darf Google das?! :-)

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