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Neue Website: So geht’s mit der Optimierung

The Phantom of the Relaunch

Wenn Sie das hier lesen, weil Sie Ihre gerade neu gestaltete Website suchmaschinentauglich einrichten möchten … ja, dann sind Sie eigentlich schon zu spät dran. Der Optimierungsprozess beginnt schon deutlich früher. Wir zeigen Ihnen, wie es geht – und vor allem: wo alles anfängt!

Es gibt immer noch unzählige Unternehmen, die „planen“ die eigene Website nach dem folgenden Muster:

  1. Design erstellen
  2. Struktur und Navigation ergibt sich aus Design und umrissenen Inhalten
  3. Content, der sich optisch nett in das System einfügen muss

Diese Reihenfolge der Abarbeitung hält sich wahrscheinlich auch deshalb so beharrlich, weil das Design zumindest für die Auftraggeber die wesentliche Neuerung darstellt. Schließlich kennt man die Inhalte bereits aus dem Effeff. Und der wird meist nicht – zumindest in den wesentlichen Anteilen – vom einer Agentur erstellt. Trotzdem: Eine solche Abarbeitung verhindert von Beginn an eine vernünftige Bewegungsfreiheit in Bezug auf eine Optimierung und sorgt zudem für eine (nennen wir es beim Namen) Verschwendung an Ressourcen – finanzielle und zeitliche.

Richtiger Workflow

Ein erfolgsversprechender Aufbau stellt diesen Ablauf sprichwörtlich auf den Kopf:

  1. Content
  2. Struktur und Navigation
  3. Design

Wir wollen im Folgenden klären, warum das die korrekte Reihenfolge ist und was sich hinter den einzelnen Aspekten verbirgt.

Zuerst die Strategie

Was bei der Auflistung von oben vollständig fehlt: Die Definition einer Strategie. Fälschlicherweise wird oft angenommen, dass dies ausschließlich der Geschäftsleitung oder einer anderen Führungskraft im Unternehmen obliegen würde. Für eine vernünftige Entscheidungsfindung bündeln sich aber an dieser Stelle oft einfach nicht alle erforderlichen Fachkompetenzen. Aus diesem Grund ist das Einbeziehen eines Spezialisten zu diesem frühen Zeitpunkt extrem wichtig. Wichtig ist hier ebenfalls festzuhalten: Der Entscheider gibt an dieser Stelle keine Kompetenzen ab, sondern erwirbt sich die nötigen Fachinformationen, um anschließend eine fundierte Entscheidung treffen zu können.

Eine Strategie besteht nicht nur aus dem Vorhaben, eine „erfolgreich“ oder „umsatzstarke“ Website zu erstellen. Egal, ob sie ganz neu aufgezogen werden soll, oder ob es sich um einen geplanten Relaunch handelt.

Zieldefinition

Ziele müssen in jedem Fall konkret beschrieben und messbar gemacht werden. Bei einem Shop kann dies bspw. durch die Anzahl der Verkäufe abgelesen werden, bei einer informationsorientierten Seite könnten es die Anmeldungen zum Newsletter sein.

Klar definiert werden muss auch die konkrete Zielgruppe. Dieser Punkt ist nicht zu unterschätzen, denn schließlich sorgt diese für das Erreichen der zuvor definierten Ziele. Alles, was Sie von nun auf und um Ihre Website herum tun, muss im Sinne der Zielgruppe geschehen. Der Wurm muss eben dem Fisch, und nicht dem Angler schmecken.

Domainwahl

Soll für die Website eine neue Domain registriert werden, so sollte man sich über folgende Aspekte im klaren sein:

Eine neue Domain …

  • benötigt mehr Zeit, um in den Suchmaschinen gute Platzierungen zu erreichen
  • muss sich erst bei ihren Nutzern „beweisen“
  • sollte leicht über eine navigationsorientierte Suche zu finden sein (also besser keinen Namen, wie hausfrau-wiki.de wählen, da diese bei der Suche nach „hausfrau wiki“ mit Wikipedia konkurriert)
  • sollte einen aussagekräftigen Namen tragen, der bei der Zielgruppe relevante Assoziationen weckt
  • sollte nicht mehr als zwei Trennungsstriche im Namen beinhalten
  • sollte bei internationaler Ansprache eine generische Top-Level-Domain nutzen (also .com, .net, .org, etc.)

Organisationsmanagement

In den allermeisten Fällen wird eine Website nicht nur einmal erstellt und fertig, sondern sie benötigt eine laufende Betreuung. Eine Website, die nicht aktualisiert wird, ist für Nutzer, und damit auch für die Suchmaschinen weniger interessant. In der Strategie-Phase muss damit definiert werden, welche Ressourcen für die Pflege zur Verfügung stehen. Sind diese ausreichend, oder muss möglicherweise doch auf die Hilfe einer externen Agentur zurückgegriffen werden?

Organisationsmanagement: Keine Kür, sondern Pflicht! Und keine Aufgabe für Praktikanten, sondern für Profis.

Wahl des Content-Management-Systems

Bei der Wahl eines geeigneten Content-Management-Systems (CMS) sollte man sich nicht auf ein von einer Webdesign-Agentur präferiertes System festlegen. Jede Agentur spezialisiert sich auf ein oder zwei Systeme, kennt sich damit gut aus und ist dementsprechend schnell in der Umsetzung einer Website. Zudem können in einer solchen Situation auch wirtschaftliche Interessen eine Rolle spielen – bspw. wenn die Agentur das empfohlene System selbst entwickelt.

Ob Open Source oder nicht, bei der Auswahl spielen folgende Aspekte eine wichtige Rolle:

  • Das CMS sollte konstante, selbstsprechende URLs unterstützen und auf parameterlastige, kryptische Formate verzichten
  • Der Nutzer sollte die Kontrolle über alle Content-Auszeichnungen besitzen
  • Das HTML-Ausgabe-Template sollte über das Backend zu bearbeiten sein
  • Die CMS-Infrastruktur sollte über eine Caching-Erweiterung verfügen, um später eine möglichst schnelle Auslieferung zu garantieren

Server

Auch bei der Wahl des Servers sind vorab ein paar Dinge zu beachten:

  • Der Server sollte nach Möglichkeit am Ort (im Land) der Zielgruppe stehen
  • Er sollte performant ausgelegt sein (schnelle Auslieferungszeiten sind wichtig), zumindest aber ausreichendes Skalierungspotenzial besitzen
  • Ggf. kann es zu empfehlen sein, auf eine Shared-Hosting-Lösung (Teilen des Servers mit anderen Domains) zu verzichten

Content

IMG_1057 (1)Kommen wir jetzt endlich zum ersten Punkt unserer Auflistung von oben: Zum Inhalt. Dieser muss in jedem Fall vor dem Design konzipiert werden. Denn wenn Sie nicht wissen, was Sie da eigentlich schreiben wollen, können Sie auch schlecht wissen, wie es verpackt werden soll. Inhalt und Verpackung müssen eine Sprache sprechen. Oder wie es Miriam Löffler in ihrem Buch „Think Content!“ sehr treffend beschrieben hat: Die Theaterbühne kann nicht gebaut werden, bevor nicht klar ist, welches Stück gespielt wird.

Die Contentgestaltung richtet sich nach den Bedürfnissen seiner Zielgruppe. In unserer Serie Der perfekte Online-Artikel gehen wir im Detail auf alle Aspekte ein, die hierbei zu beachten sind.

Wichtig ist aber: Content benötigt so viel Platz, wie erforderlich ist, um seine Botschaft zu transportieren. Die Beschränkung durch ein vorher definiertes Layout oder Design sorgt für ein suboptimales Erlebnis bei der Nutzung. Und das ist eben auch in Bezug auf gute Platzierungen in den Suchergebnissen als sehr problematisch einzustufen.

Struktur & Navigation

Sobald klar ist, welche Inhalte auf die Website sollen, müssen diese ihren Platz finden. Nach Möglichkeit sollten wichtige und relevante Inhalte in ihrer Hierarchie sehr nah an die Startseite heranrücken, sodass diese mit ein, zwei, aber maximal drei Klicks erreichbar sind. Alle Links müssen dabei so beschriftet werden, dass die Zielgruppe versteht, was sie hinter dem Link erwartet.

Grundsätzlich gilt: Generische, allgemeinere Inhalte gehören auf höhere Ebenen, spezifischer Content auf tiefere.

Design

Erst jetzt geht es um das Design. Aber Vorsicht: Bevor es an die visuelle Ausgestaltung und Verzierungen geht, müssen wir uns auf die Ausarbeitung des Contents fokussieren. Denn was nützen die besten Inhalte, wenn man sie nicht richtig wahrnehmen kann. Man sollte sich vorab also folgende Fragen stellen:

  • Treten die Überschriften ausreichend hervor?
  • Ist eine integrierte Zusammenfassung als solche identifizierbar?
  • Lenkt das Bild zu stark von der Überschrift/dem Artikel ab?
  • Werden relevante Elemente, wie Logo oder Gütesiegel ausreichend wahrgenommen?
  • Sprechen Abbildungen und Überschriften eine Sprache (duale Kodierung)?

Sobald klar ist, an welcher Stelle diese Fragen auf der Website beantwortet werden, können die gestalterischen Aspekte der Website in Angriff genommen werden. Diese sollten sich aber dezent zurückhalten und die Aussagen, die durch den Content definiert werden, visuell unterstützen.

Offpage & Onpage

Ob Contentplanung, Struktur & Navigation oder Design: Der Suchmaschinenoptimierer ist auf allen Ebenen gefragt, um hier die Weichen in einem frühen Stadium bereits richtig zu stellen. Denn die Korrektur falscher Entscheidungen, die bereits ihren Weg in die Umsetzung gefunden haben, vernichten unnötige Ressourcen. Aus diesem Grund sind viele Fehler im Nachhinein auch gar nicht mehr zu beheben („Wir haben doch gerade die Website von einer professionellen Agentur für etliche Tausende erstellen lassen. Und jetzt soll ich nochmal Zeit und Geld investieren?“).

Deshalb ist in allen Phasen auch eine intensive Beratung im Hinblick auf alle relevanten Offpage- und Onpage-Faktoren unbedingt erforderlich. Schließlich müssen Content, Struktur/Navigation und Design suchmaschinentauglich kodiert, sowie neue Besucher zur Website geführt werden.

Fazit

Ob neue Website oder Relaunch: Die Kosten zur Optimierung einer Website lassen sich reduzieren – wenn man den Experten nur rechtzeitig mit ins Boot nimmt. Das ist leider immer noch nicht die Regel. Wir hoffen, mit diesem Artikel ein wenig aufklären zu können, warum das so ist und welches Potenzial im korrekten Workflow liegt.

Denken Sie daran: Wenn Sie es nicht tun, dann ihr Konkurrent.

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