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Googles Stromrechnung – Live

Google benötigt eine Menge Strom. Doch wie viel ist das genau? Mit dem heutigen Artikel starten wir eine kleine Serie, die uns erlaubt, beim Stromverbrauch sprichwörtlich zuzuschauen und zu begreifen, um welche Dimensionen es hier geht …

Der Strom, den Google zur Beantwortung seiner Suchanfragen benötigt, ist eigentlich nicht sonderlich groß. Betrachtet man sich aber einmal die enorme Anzahl der Suchanfragen, so summiert sich hier doch ein enormer Bedarf zusammen.

Strom- & Datenvolumen

Schauen wir doch einmal, welche Stromrechnung sich aus den etwa 33.000 Suchanfragen, die in einer Sekunde auflaufen, ergeben kann – und welche Datenmengen wir dafür erhalten:

Google’s Stromkosten
Entspricht:

Seit Seitenaufruf

Stromkosten

Ausgelieferte Datenmenge

Seit Mitternacht

Stromkosten

Ausgelieferte Datenmenge



Neben den Stromkosten, die sich seit Öffnen der Website, bzw. seit Mitternacht angehäuft haben, können auch die Datenmengen abgelesen werden. Die meisten Suchergebnis-Seiten (SERPs) dürften durchschnittlich eine Größe von 12 KB besitzen, wobei nachzuladene Inhalte, wie bspw. Grafiken, nicht mit eingerechnet sind.

Alle relevanten Parameter lassen sich über die Slider auf der rechten Seite modifizieren, um diese an eine spezifische Situation anzupassen, aber auch um ein gutes Gespür dafür zu erhalten, welche Faktoren besonders intensive Auswirkungen besitzen.

Industrie und Privatabnehmer

Mit aktuell 25 Cent pro KWh kommen wir als Privatabnehmer in Deutschland nicht sonderlich günstig weg. Selbst die Industrie, die bei großen Abnahmemengen bis auf etwa 11 Cent je KWh kommt, klagt über vergleichsweise teuren Strom – und schielt auf die 3,58 Cent pro KWh in Norwegen.

In den USA kommt die Industrie mit immer noch sehr günstigen 5,21 Cent pro KWh davon. Soll es also nicht um einen Wertevergleich, sondern um reale Summen gehen, die Google hier aufbringen muss, sollte der Preis pro KWh in unserem Kalkulator entsprechend modifiziert werden.

Belastung durch Searchmetrics, Sistrix & Co.

Auch interessant: Wie stark belasten bei dieser Bilanz die klassischen SEO-Tool-Anbieter, die die Platzierungen ihrer Keywords wöchentlich prüfen? Das hängt natürlich stark vom Umfang der zugrunde liegenden Keywordlisten ab.

Mit dem folgenden Kalkulator kann die Anzahl der generierten Suchanfragen, Stromverbrauch, aber auch die Menge der abgerufenen Daten ermittelt werden. Dabei wird davon ausgegangen, dass der vollständige Keyword-Bestand wöchentlich aktualisiert wird und alle Positionen bis Platz 100 (also 10 Suchanfragen mit jeweils 10 Suchergebnissen je Keyword) berücksichtigt werden.

Als Standardwert für die folgenden Kalkulationen haben wir 400 Mio. Keywords ausgewählt. Dieser Wert entspricht der Angabe von Searchmetrics für ihre Software-Suite – und stellt einen ziemlich beachtlichen Umfang dar. Durch Ändern des Datenbankumfangs über den Slider können aber auch Werte für andere Dienstleister berechnet werden. Die Angaben zur SERP-Größe, sowie die Kosten pro KWh aus dem oberen Kalkulator werden hier übrigens berücksichtigt:

Query-Last für Google


Seit Seitenaufruf

Suchanfragen bei Google

Generierte Stromkosten bei Google

Abgerufene Datenmenge

Seit Mitternacht

Suchanfragen bei Google

Generierte Stromkosten bei Google

Abgerufene Datenmenge

Selbst wenn wir nach amerikanischen Industriepreisen abrechnen, ergeben sich alleine durch Searchmetrics und der regelmäßigen Prüfung von 400 Mio. Keywords jährliche Stromkosten von mehr als 3,2 Mio. Euro. Bei den entsprechenden Abfragen werden etwa 18 Prozent der Gesamtkapazitäten von Google genutzt.

Auch wenn an dieser Stelle keine Diskussion über die Praktiken beim Auslesen vom Platzierungen geführt werden soll, so stimmen die gewaltigen Zahlen doch etwas nachdenklich. Dabei sind spezielle Abfragen noch gar nicht eingerechnet. Und wenn man dann bedenkt, dass es auch noch einige weiterer Dienstleister mit einem ähnlichen Angebot gibt, so wird klar, wie groß die Last ist, die Google da stemmen muss. Zudem muss der Leistungshunger ja auch über Anschaffung und Wartung entsprechender Hardware bedient werden.

So betrachtet scheint es absolut nachvollziehbar, dass Google alles unternimmt, um dem automatisierten Abgreifen der Platzierungen den Garaus zu machen.

Fazit

Die Stromkosten für den Betrieb von Google sind schon gigantisch – auch wenn Google einiges unternommen hat, den Energieverbrauch pro Suchanfrage relativ gering zu halten. Dass das nicht aus reiner Liebe zur Umwelt geschehen ist, kann man erkennen, wenn man mit der Anzahl der sekündlichen Suchanfragen, oder dem Preis pro KWh experimentiert.

Aber auch die dabei generierten Datenvolumina sind beeindruckend. Im Kalkulator lässt sich sehr gut erkennen, dass bereits geringe Änderungen an der SERP-Größe gravierende Auswirkungen auf die generierte Datenmenge haben.

Sollte es Google schaffen, den Energiebedarf einer Suchanfrage noch weiter zu senken, von 0,0003 Wh auf 0,0002 Wh, könnten die Kosten pro Sekunde um erstaunliche 82 Cent (entspricht 33 Prozent!) gesenkt werden. Wir dürfen gespannt sein, mit welchen außergewöhnlichen Dimensionen uns Google in Zukunft noch beeindrucken wird.

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