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ergo.de: Optimieren heißt verstehen

Der Versicherer im SEO-Gesundheitscheck

Heute werfen wir einen Blick auf den technischen Zustand der Domain ergo.de. Wie gesund und vital zeigt sich der Versicherer in den Suchmaschinen?

Die ERGO-Versicherungsgruppe gehört zur Münchener Rückversicherungsgesellschaft und entstand 1997 aus dem Zusammenschluss der Victoria und der Hamburg-Mannheimer. Obwohl die DEVK über deutlich geringere Einnahmen verfügt, glänzt der Konkurrenten in den Suchmaschinen und setzt sich trotz massiver Sichtbarkeitsverluste seit 2013 deutlich vor die ERGO-Versicherungsgruppe – und sogar vor den französischen Riesen AXA:

2015-11-23_1226

ergo_subdomainsDie Struktur

ergo.de verfügt über eine Vielzahl an Subdomains, über die lokale Versicherungsmakler verwaltet werden. Über diese werden auch vereinzelte Platzierungen in den Suchmaschinen generiert (siehe Abbildung rechts).

Die Versicherungsgruppe verfügt über weitere Domains, von denen aber nur die wenigsten selbständig agieren, wie bspw. die ergo.com. Zwar soll diese Domain offenbar für eine internationale Publikumsadressierung eingesetzt werden, allerdings finden sich hier auch die deutschsprachigen Inhalte der ergo.de in sehr ähnlicher Form wieder:

ergo4

ergo3

Schön, dass die ERGO-Versicherungsgruppe aber auch im Code (Meta-Keywords) den Anspruch ihres Claims mit Kunstbegriffen dokumentiert und festhält, worauf es ankommt: Auf das „Verstehensgesicht“ :-)

verstehensgarantie

verstehensgesicht

Vergleicht man die Sichtbarkeit beider Domains, so wird sofort die schlechte Performance der ergo.com erkennbar:

ergodecom

Auch international gesehen kann die ergo.com nicht überzeugen, wie in der folgenden Abbildung am Beispiel von UK zu sehen ist:

ergo_uk

Ebenso in den USA fristet die ergo.com ein Schattendasein:

ergo_us

Neben Englisch bietet ergo.com keine weiteren Sprachen an, sodass gute Platzierungen für nicht-englischsprachige Länder ohnehin nicht zu erwarten sind. Dennoch: Unterhalb der ergo.com wurde auf Code-Ebene keine korrekte Sprachimplementierung vorgenommen. Welche Konfigurationen in der Google Search Console vorgenommen wurden, können wir natürlich nicht beurteilen.

Mit und ohne www.

Prinzipiell wurde weitestgehend auf eine saubere Adressierungsimplementierung geachtet. Aufrufe ohne vorangestelltes „www“ werden akkurat auf die Version mit „www“ weitergeleitet. Gleiches gilt für „http“ und „https“. „Weitestgehend“ deshalb, weil es doch ein paar Stellen gibt, an denen eine nicht ganz optimale Konfiguration erkennbar ist. Diese führt dann bspw. dazu, dass Ergebnisse wie das folgende im Index der Suchmaschine landen:

ergo2

Optimierbare Ladezeiten

Auch bei den von uns gemessenen Ladezeiten sollte nachgebessert werden. Dabei scheinen nicht nur komplexe Dokumente betroffen zu sein, deren Rendering hohe Anforderungen an die Datenbank-Performance stellt, sondern auch einfachere:

ergo_ladezeiten

Problematisches Error-Handling

In jedem Fall sollte aber auf das korrekte Error-Handling geachtet werden. Momentan liefert der Server bei Anfrage einer nicht existierenden Seite keine Fehlermeldung (404) zurück. Doppelte Inhalte oder die Ausgabe nicht valider Steuerungsdateien (robots.txt und sidemap.xml) können hier zu massiven Problemen führen. Die korrekte Indexierung durch die Suchmaschine wird dadurch zur reinen Glückssache.

Identische Seitentitel

Absolute SEO-Basics: Die Titel jeder einzelnen Seite sollten individuell formuliert werden, damit Suchmaschine und Besucher auf die individuellen Inhalte der Zielseite schließen können:

duplicate_title

Zu kurze und identische Descriptions

Ähnliches gilt für die Beschreibungstexte jeder Seite (Description). Da diese in den meisten Fällen für die Aufbereitung des Snippets in den Suchergebnissen verwendet werden, sollten diese eindeutig beschreiben können, was der Suchende auf der Zielseite finden wird. Die Beschreibung sollte dabei auch die Anzahl der Zeichen ausnutzen. Diese Anforderungen wurden für die in der folgenden Abbildung aufgeführten Adressen vollständig ignoriert:

ergo_description

Temporäre Weiterleitungen

Soll der Crawler einer Weiterleitung folgen und die Zielseite in den Index aufnehmen, muss eine 301-Weiterleitung eingerichtet werden. Auf diese Weise stellt Google sicher, dass der Suchende später auch auf direktem Wege zum Suchergebnis, zur Zielseite geführt wird. Die meisten unter ergo.de eingerichteten Weiterleitungen wurden als 302-Redirect realisiert, so wie bspw. auch diese hier:

ergo_302

Weiterleitungsketten sprengen

In jedem Fall sollte auf Weiterleitungsketten verzichtet werden, wie bspw. die folgende:

2015-11-23_1248

Der Crawler der Suchmaschine steigt nach wenigen Weiterleitungen aus und folgt dem Ziel ohnehin nicht mehr.

Externe Verlinkung

ergo.com verfügt aktuell laut ahrefs.com über nicht ganz 200.000 eingehende Links, die von etwa 1.000 Domains stammen. Das bedeutet: Durchschnittlich existieren 200 Links pro Domain, die auf ergo.com verweisen …

ergo_com_links

Der ergo.com hängt zudem auch noch ein Skandal aus dem Jahr 2011 nach. Dies ist an der Tatsache erkennbar, dass „trinkspiel der ergo vertriebler“ zu den häufigsten Linktexten aller eingehenden Links gehört:

ergo_com_links2

ergo.de kann etwa 450.000 Links vorweisen, die von insgesamt knapp 5.000 Domains stammen. Pro Domain kommen wir hiermit auf durchschnittlich etwa 90 Links:

linksergo1

Zwar lassen sich auch hier durchaus Zeitfenster identifizieren, in denen auffällig viele Links/Domains ab- und aufgebaut wurden. Es ist jedoch nur schwer zu beurteilen, ob dies künstlich oder organisch geschehen ist.

Fazit

Es scheint nicht ganz eindeutig, welche Ziele mit der Verwendung der beiden Domains ergo.de und ergo.com verfolgt werden sollen. Die ergo.de performt trotz einiger SEO-Patzer ganz gut – wenn auch mehr möglich wäre. ergo.com könnte allerdings deutlich mehr. Alles in allem scheint die Internationalisierung nur halbherzig und wenig konsequent umgesetzt. Durch eine technische und nutzerfokussierte Bündelung könnte eine deutlich bessere Gesamtperformance erzielt werden. Vielleicht würde es dann sogar zum Einholen der gerade etwas schwächelnden DEVK reichen.

Optimieren heißt verstehen. Wir taten uns allerdings schwer zu verstehen, welche Strategie der aktuellen Online-Situation zugrunde liegt…

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